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Die Betuwe, der RRX und ich

Wer ist Betuwe? Wer ist RRX? Langsam, ich fang mit mir an.

Wer ist Betuwe? Wer ist RRX? Langsam, ich fang mit mir an. Denn beide brauche ich:

Wenn ich zu Kunden unterwegs bin, fahre ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof und dann mit dem Regionalexpress nach Duisburg oder Oberhausen: Umstieg in einen Fernzug und dann… zum Kunden nach Hamburg, Berlin, Frankfurt, Brüssel, Dresden… Zeitbestimmender Faktor ist meist der Regionalexpress: Ist er pünktlich, erreiche ich meinen Anschlusszug? Neulich war’s ganz schwierig: Auf Gleis 1 wurde mehr als eine Woche gearbeitet, bei klirrender Kälte. Also ging alles über Gleis 2 – der Verkehr zwischen Arnheim und Oberhausen und natürlich der Güterverkehr: Deutschlands Export an Maschinen, Nutzfahrzeugen, Chemieprodukten Richtung Rotterdam, der Import von Rohstoffen, Konsumgütern Richtung Duisburg, tausende von Containern täglich. Es klappte einigermaßen, das war schon eine große logistische Leistung der Deutschen Bahn. Aber manchmal auch nicht. Mehr als eine Stunde Verspätung - da wurde zurecht auf dem Bahnsteig geflucht, und irgendjemand beschwerte sich bei der Lokalzeitung: „Skandal!“, schrieb diese.

Der RRX ist ein Expresszug, der ab dem Winter meine Fahrt zu den Kunden beschleunigen soll. Auf unserem Bahnhof in Voerde werden jetzt dafür Bahnsteige verlängert, das war der Grund für die Sperrung.

Die Betuwe ist eine Eisenbahnstrecke von Rotterdam bis zur deutsch-niederländischen Grenze, die in Deutschland bis Oberhausen verlängert werden soll: Dringend notwendig, um Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Und das dritte Gleis hilft mir, Verspätungen zu vermeiden. Denn dann sind immer noch zwei Gleise da, wenn am dritten gebaut wird.

Wann ist das dritte Gleis endlich fertig? 2005 wurde ein erster entsprechender Vertrag geschlossen, der erste Spatenstich war dann endlich vor zwei Jahren. Bürgerinitiativen wollen die Strecke nicht, oder zumindest nicht so. Wann die Strecke endlich fertig ist, weiß keiner. Liebe Mitreisende – macht auch mal Reklame für das dritte Gleis anstatt bei Verspätungen die Faust in der Tasche zu ballen. Und ein Land, das vom Export seiner Top-Technik lebt, aber bei Eisenbahnbau in Generationen rechnen muss, das kommt einem schon seltsam vor. P.S.: Große Hochachtung vor den Elektrikern, Schweißern und Bahnarbeitern, die da bei Regen und Schnee geschuftet haben.